Aufklärung · Inklusion · Sichtbarkeit

Alexander Ramm

Ich erkläre, wie sich Sehbehinderung wirklich anfühlt – damit Verständnis wachsen kann.

Ich lebe mit Sehbehinderung und chronischen Erkrankungen und erzähle offen von meinem Alltag. Denn viele Barrieren entstehen nicht auf der Straße, sondern in den Köpfen der Menschen.

Aufklärung auf Social Media als „Mehr als Blind“

Gründer und Vorsitzender von InkluFusion e.V.

Beauftragter für Menschen mit Behinderung in Laboe

Warum ich darüber spreche

Die Idee, öffentlich über mein Leben zu sprechen, entstand eher zufällig.

Im Urlaub lernte ich jemanden kennen, der mich viel über meine Sehbehinderung fragte. Wir sprachen über mein früheres Leben, darüber dass ich einmal Auto gefahren bin und wie sich mein Alltag im Laufe der Jahre verändert hat.

Am Ende sagte er zu mir: „Diese Geschichte sollten mehr Menschen hören.“

Er zeigte mir ein paar Dinge über Instagram und wie die Plattform funktioniert. So begann ich 2022 damit, meine Erfahrungen öffentlich zu teilen.

Danke Olli.

Wer ich bin

Ich bin Alexander Ramm, Jahrgang 1981 und lebe heute im Ostseebad Laboe.

Meine Sehbehinderung begleitet mich schon lange. Viele Auswirkungen habe ich aber erst später wirklich verstanden.

Ich bin ein humorvoller Mensch, lache gern und verbringe gern Zeit mit anderen Menschen.

Natürlich habe ich auch meine Ecken und Kanten. Aber ich versuche immer fair zu bleiben und anderen zu helfen.

Trotz aller Einschränkungen bin ich ein lebensfroher Mensch.

Mein Weg – nicht gerade, aber voller Möglichkeiten.

Manche Dinge im Leben lassen sich nicht planen. Entscheidungen, Wendepunkte und neue Chancen haben meinen Weg geprägt. Rückblickend ergibt vieles trotzdem ein stimmiges Bild.

2001

Führerschein erhalten – ein Stück Selbstständigkeit.

2003

Führerschein wieder abgegeben, weil sich das Fahren nicht mehr sicher anfühlte.

2011

Beruflicher Wendepunkt – Aufgabe meiner Arbeit und Neuorientierung.

2013

Umzug von Salzhausen nach Laboe. Viele Orte aus meiner Kindheit tauchen später im Buch wieder auf.

2014

Geburt unseres Sohnes – einer der schönsten Momente unseres Lebens.

2016

Hochzeit mit meiner wunderbaren Frau.

2022

Beginn meiner Aufklärungsarbeit auf Social Media als „Mehr als Blind“.

2025

Gründung des Vereins InkluFusion e.V. – eine offene Community für Inklusion und Teilhabe.

2025

Veröffentlichung meines Kinderbuchs „Theo und der Zauberstab“ im Selbstverlag.

2026

Beauftragter für Menschen mit Behinderung in der Gemeinde Ostseebad Laboe.

Wie ich sehe

Viele Menschen stellen sich Blindheit als völlige Dunkelheit vor. Die Realität ist oft viel komplexer.

Mein Sichtfeld ist stark eingeschränkt. Am ehesten lässt es sich so beschreiben, als würde ich durch einen Tunnel mit einem kleinen Fenster schauen.

Zusätzlich sehe ich häufig etwas, das viele Betroffene kennen: Es wirkt wie ein Schwarm kleiner Punkte oder „tanzender Mücken“ vor den Augen.

Ich sehe nur noch auf meinem linken Auge. Das rechte erkennt fast nur noch hell und dunkel. Diese Signale können sich über das Bild des linken Auges legen und manchmal Doppelbilder verursachen.

Trotz dieser Einschränkungen kann ich am Bildschirm noch erstaunlich gut arbeiten. Mit einer einfachen Lesebrille sehe ich einen kleinen Ausschnitt, der zum Lesen, Schreiben und sogar zum Schneiden von Videos reicht.

Gesichter dagegen erkenne ich kaum noch. Sehbehinderung ist kein „alles oder nichts“ – es ist ein großes Spektrum.

Zusätzlich begleiten mich weitere Erkrankungen, unter anderem Fibromyalgie und Fatigue. Diese sind für meinen Alltag oft sogar belastender als die Sehbehinderung selbst.

So kann sich Retinitis pigmentosa anfühlen

Für viele Menschen ist schwer vorstellbar, wie sich eine starke Sehbehinderung anfühlt. Mit dem folgenden Schalter kannst du zwischen normaler Sicht und einer vereinfachten Simulation wechseln.

Wenn die Simulation aktiv ist, kannst du Maus oder Finger über das Bild bewegen. So wird sichtbar, wie klein ein nutzbares Sichtfeld sein kann.

Wochenmarkt in Laboe mit Marktständen, Besuchern und Gebäuden

Was ich mache

Ich setze mich auf verschiedenen Ebenen für Inklusion, Barrierefreiheit und Teilhabe ein. Mein Ziel ist es, Barrieren sichtbar zu machen und gemeinsam mit anderen Lösungen zu entwickeln.

Buchcover von Theo und der Zauberstab. Theo mit Blindenstock vor einer bunten Dorflandschaft mit Regenbogen.
Ein Kinderbuch über Mut, Freundschaft und Sehbehinderung

Theo und der Zauberstab

Wie sieht die Welt aus, wenn man sie nur durch ein Schlüsselloch betrachten kann?

Theo ist ein Entdecker – mutig, neugierig und voller Ideen. Er sieht die Welt anders als andere Kinder, denn er ist sehbehindert. Das hält ihn aber nicht davon ab, neue Wege zu entdecken, Abenteuer zu erleben und Herausforderungen zu meistern.

Mit seinem „Zauberstab“, wie er seinen Blindenstock nennt, erkundet Theo seine Welt auf ganz eigene Weise. Das Buch erzählt von Mut, Freundschaft, Zusammenhalt und der Freude am Entdecken.

Viele Situationen im Buch beruhen auf echten Erfahrungen aus meiner eigenen Kindheit. Viele Orte und Erlebnisse stammen aus der Zeit, in der ich noch in Salzhausen gelebt habe.

Gleichzeitig erzähle ich die Geschichten auch aus heutiger Sicht. Einige Hilfsmittel, die Theo nutzt, gab es damals für mich noch nicht. Heute weiß ich, wie hilfreich diese Unterstützung sein kann. Deshalb tauchen im Buch auch Dinge auf, die ich als Kind selbst gern gehabt hätte.

Mein Wunsch ist, dass Kinder mit Sehbehinderung darin etwas finden, das ihnen Mut macht. Und dass andere Kinder verstehen, dass Anderssein ganz normal sein kann und Inklusion von Anfang an mitgedacht werden sollte.

32 Seiten
Text: Alexander Ramm
Bilder: Alexandra Eicks
inkl. Hörbuch
ISBN: 9783000861949

Buch bestellen

Bestellbar über die Website des Vereins InkluFusion e. V.

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